Der leise Übergang zum Ich

Schleichend neigt sich der Tag.

Vor mir öffnet sich das Meer und hinter mir, im Rückspiegel,

verschwindet die glutrote Sonne hinter den Bergen.

 

Gleich.

Gleich sitzt Du im Flugzeug und hebst ab.

Bist weg.

Ich zögere das Nachhause fahren hinaus,

fahre Umwege,

halte hier und halte da.

Habe Angst in das stille Haus zurück zu kommen.

Dein präsentes Fehlen zu fühlen,

all Deine Sachen zu sehen und zu wissen,

lang wird die Zeit sein.

Sehr lang.

 

Habe Angst vor dem verschwindendem Wir und dem leisen Übergang zum Ich.

Jedes Mal die gleichen Ängste.

Wer bin ich ohne Dich?

Ohne meine Rollen?

Ohne meine Egos?

Wer bin ich allein?

 

Scheu und neugierig freunde ich mich wieder mehr mit mir an.

Schaue, was mir gut tut.

Bin freundlich zu mir.

Liebe mich so,

wie Du mich sonst liebst.

 

Mein Herz pocht wild.

 

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