Agapi mou

Agapi mou heißt "meine Liebe". Manches klingt im Griechischen vollendet. Agapi mou. 

Ich liebe diese zwei Worte, sie zergehen auf der Zunge "wie mousse au chocolat", noch drei vollendete Zauberwörter, die sofort den dazugehörigen Geschmack auf meiner Zunge hervorrufen.

Kreta ist eine junge Liebe in meinem Leben.  Ein sehr zartes Pflänzchen noch, ganz und gar schützenswert. Das Pflänzchen hat noch keine Wurzeln, treibt aber schon aus. An windigen Tagen, wie heute, stelle ich es lieber an die warme Natursteinwand, neben den alten Olivenbäumen und dann schau ich immer mal nach ihm.

 

Mein neuer kretischer Tag liegt mit vielen ungefüllten Stunden vor mir, wie ein weißes Blatt. Ganz rein. Ich hab Angst, ihn zu versauen. Das kann ich in der Regel gut, ich hänge zu viel im Netz rum, telefoniere stundenlang, fahre zu JUMBO in Chania, um unwichtigen Kram für das Haus zu kaufen, esse zu viel ungesundes Zeugs, trinke zu viel Kaffee mit meiner Nachbarin und denke zu viel nach.

Es ist Februar und es weht ein warmer Wind aus Afrika auf die Insel. Wenn ich auf der obersten Terrasse stehe, habe ich einen weiten Blick über die Olivenhaine zum Meer auf der einen Seite und zu den schneebehangenen Bergen auf der anderen Seite. Jedes Mal, wenn ich das sehe, also jeden Morgen, bin ich zutiefst berührt. Berührt von dieser Schönheit. Hier oben trinke ich oft meinen ersten Kaffee und versinke im Sein. Auf der Insel-Sein, auf dieser Terrasse-Sein, mit mir-Sein.

 

Die Katzen sind heute  irgendwie wie von Sinnen. Ich weiß nicht, was dieser lauwarme Wind in ihnen auslöst. Sie sind unruhig, keifen sich an, schlendern mal hierhin, mal dorthin. Finden noch nicht ihre Ruheplätze. Plötzlich sind sie alle weg, alle acht. (Die sechs Katzen der Nachbarn und unsere zwei Jungs). Hätte ich ein kleines Kind, wäre ich auf der Stelle  unruhig. Wenn's ruhig wird, passiert oft was ganz und gar Verbotenes. Bei den Katzen bin ich nur neugierig. ich würde gern wissen auf welches Kommando sie wohin gegangen sind. Nichts zu hören, nichts zu sehen von ihnen. Unsere Freigänger sind frei.

 

Ich stehe nun auf, schließ die Augen und lass mich nochmal von diesem Afrika- Wind durchpusten.

 

 

 

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