Der leise Übergang zum Ich

Schleichend neigt sich der Tag.

Vor mir öffnet sich das Meer und hinter mir, im Rückspiegel,

verschwindet die glutrote Sonne hinter den Bergen.

 

Gleich.

Gleich sitzt Du im Flugzeug und hebst ab.

Bist weg.

Ich zögere das Nachhause fahren hinaus,

fahre Umwege,

halte hier und halte da.

Habe Angst in das stille Haus zurück zu kommen.

Dein präsentes Fehlen zu fühlen,

all Deine Sachen zu sehen und zu wissen,

lang wird die Zeit sein.

Sehr lang.

 

Habe Angst vor dem verschwindendem Wir und dem leisen Übergang zum Ich.

Jedes Mal die gleichen Ängste.

Wer bin ich ohne Dich?

Ohne meine Rollen?

Ohne meine Egos?

Wer bin ich allein?

 

Scheu und neugierig freunde ich mich wieder mehr mit mir an.

Schaue, was mir gut tut.

Bin freundlich zu mir.

Liebe mich so,

wie Du mich sonst liebst.

 

Mein Herz pocht wild.

 

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August

Stille und Rückzug.

Selbstverordnet.

Schreiben und Schwimmen.

Schwimmen und Schreiben.

 

Augustvollmond.

Auguststernenhimmel.

Augustgeburtstag.

Augustnächte.

 

Er neigt sich, der August.

Hinüber zum September.

Sie spüren sich schon,

die beiden.

 

Dann geht alles wieder los.

Das Leben.

Das Pulsierende.

 

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Meditation

Ich schließe meine Augen und verbinde mich.

Mit mir.

Ich lausche meinem Atem,

höre meinen Herzschlag.

Wende mich zu mir.

Bin gut zu mir.

 

Alles, was auftaucht, darf da sein.

Jede Träne ist willkommen.

Meine Angst wird zugelassen.

Meine Schwere darf schwer sein.

Meine Hoffnung darf hoffen.

 

Alles, alles gehört zu mir.

Es kommt und es geht.

Das alles bin ich.

Ich habe keine Angst mehr vor mir.

 

Ich öffne meine Augen  und sehe sie,

drei Lieblingsmenschen um mich herum

und fünf Hunde.

Alle haben die Augen noch geschlossen.

Die Hunde lang ausgestreckt oder zusammengerollt.

Die Menschen in aufrechter Sitzhaltung.

 

Alle sind entspannt,

in guter Energie.

 

Ein Bild für immer.

Eingebrannt.

 

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Wir Vier

Was für ein Glück, dass wir uns gefunden haben.

Ohne zu suchen.

Einfach so.

 

Die Stunden mit Euch vergehen wie im Flug,

nie enden wollende Themen, mehr, mehr, mehr.

Stunden wie im Rausch.

Oft verbunden mit Gänsehautgefühlen,

ob der Ehrlichkeit und der Tiefe.

 

Das gemeinsame Fließen,

manchmal zusammen,

manchmal jeder für sich.

Die Erlaubnis, sich loszulassen, um nächste Schritte zu gehen.

Als Paar und als Freunde.

 

Das Mitfiebern an der Entwicklung des anderen,

das wertfreie Zuhören.

Das wahrhafte Interesse.

Der Respekt.

 

Danke.

 

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Ravdoucha (Ravduscha gesprochen)

Kleine Badebucht im Nordwesten Kretas,

eine liebenswerte Taverne dazu,

fertig ist das Glück.

 

Schon der Name ist ein Gedicht: Ravdoucha.

Die Anfahrt ist spektakulär,

der Weg windet sich Kurve für Kurve von hoch oben herab

bis hinunter zum Strand.

 

Und immer, vor uns oder manchmal rechts von uns,

der weite Blick über das nicht enden wollende Meer und den nicht enden wollenden Himmel.

Blau in blau.

Hand in Hand.

Irgendwo, weit hinten, vereint ihr euch, umarmt euch, 

taucht zusammen in den Schlaf.

 

Dann hat die gelbe Mondsichel ihren Auftritt.

Das Dunkelblau des Himmels im schönsten Kontrast mit dem Gelb des Mondes,

der sich im Meer widerspiegelt.

Ehrfürchtig und demütig schauen wir hin.

 

Was wären wir ohne Euch: Himmel, Meer, Sonne, Mond?

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